Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b

Mit «Leonoren-Ouvertüre» ist immer eine Eröffnungsmusik zu Beethovens einziger Oper Fidelio gemeint. Dass es insgesamt drei verschiedene Leonoren-Ouvertüren gibt, bezeugt den schwierigen Entstehungsprozess dieses Beethovenschen Sorgenkinds:

Die Leonoren-Ouvertüre Nr. 1 wurde extra für eine Prager Aufführung geschrieben, die dann aber nicht zustande kam; als Nr. 2 wird die Ouvertüre der Fidelio-Urfassung bezeichnet. Für die Wiener Uraufführung der zweiten Fassung seiner Oper schrieb Beethoven Anfang 1806 schliesslich die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b. Weil sie die Massstäbe der zeitgenössischen Opernouvertüre in ihrer Dramatik und musikalischen Radikalität deutlich sprengt, eignet sie sich weniger als Vorspiel zu einer Opernaufführung, etablierte sich dafür aber umso rascher im Konzertsaal. Bereits im Juli 1810 erschien sie (wesentlich früher als die anderen beiden) bei Breitkopf & Härtel im Druck und zählte bald zu den bekanntesten Werken Beethovens. Auf Gustav Mahler geht die Praxis zurück, die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 als Zwischenspiel im 2. Akt der Oper Fidelio einzusetzen.